| Kokillenguss in der Bremer "Hütte" anno 1968. Das Gießverfahren eignet sich für Aluminium, Magnesium und Messing. |
BREMENIm Juni vor 50 Jahren wurde in Bremen die erste Charge Stahl erzeugt. Damals gossen die erste Stahlbramme noch die Klöcknerwerke AG. Heute gehören die Stahlwerke zu Arcelor Mittal und somit zum größten Stahlkonzern der Welt. Seit Mitte Juni laufen die Werke unter dem Markennamen "Arcelor Mittal".
44 Millionen Tonnen Rohrstahl produziert die Arcelor S.A. mit Sitz in Luxemburg jährlich. Vier Millionen Tonnen kommen davon aus Bremen. Seit der Hüttengründung 1957 haben insgesamt über 100 Millionen Tonnen Walzstahl das Werk verlassen.
Begonnen hat die bewegte Geschichte der Bremer "Hütte" mit dem Kauf von Landflächen bei Mittelsbüren im Norden Bremens. Hier wollte Klöckner ein integriertes Hüttenwerk bauen, das Hochofen, Stahlwerk und Walzwerke umfassen sollte. Am 17. April 1959 wurde der erste Hochofen angeblasen, und 1962 waren alle Produktionsanlagen des ersten Bauabschnitts, inklusive des Hochofens IV, in Betrieb. 1964 folgte ein Kraftwerk, um Gichtgas in Bahnstrom umzuwandeln. Zwei Jahre später wurde der zweite Hochofen (HO III) angeblasen. Und wieder zwei Jahre darauf ging das LD-Stahlwerk mit zwei Umwandlern in Betrieb. Die alten Siemens-Martin-Öfen wurden stillgelegt. Nach weiteren Modernisierungen kam 1993 die Feuerverzinkungsanlage "Bregal" hinzu, die unter der "Bremer Galvanisierung GmbH" lief.
Ein Jahr später erhielt die belgische Sidmar N.V. aus Gent die Mehrheit der Gesellschaftsanteile. Sidmar gehörte zum Luxemburger Arbed-Konzern. Der ehemalige Klöckner-Betrieb firmierte in "Stahlwerke Bremen" um.
Vor fünf Jahren fusionierten die Stahlkonzerne Arbed (Luxemburg), Aceralia (Spanien) und Usinor (Frankreich) zur Arcelor S.A. mit Sitz in Luxemburg, und 2006 ordnete Arcelor seine Standorte neu. In diesem Zuge wurden die Stahlwerke Bremen erst zur "Arcelor Bremen GmbH" und laufen seit wenigen Wochen unter dem Markennamen "Arcelor
Mittal".
Politisch und wirtschaftlich ist die Geschichte der Stahlwerke keineswegs ruhig gewesen. Bei Arbeitskämpfen und Auftragsflauten ab Mitte der 60er bis Ende der 80er Jahre ging es immer wieder ums Überleben - für die "Hütte" und für die Arbeitsplätze. Streiks und Kurzarbeit begleiteten die Modernisierung des Betriebs über Jahrzehnte bis in die 90er Jahre.
Der Start ins neue Jahrtausend verlief besser. Bereits 2002 brachte das FIT-Projekt die Stahlwerke auf den Weg in die Wirtschaftlichkeit. 2002 ist die Arcelor-Aktie börsengelistet. Das Umweltmanagement der "Hütte" wird nach der Norm "DIN EN ISO 14001" zertifiziert. 2004 zeichnet die Hertie-Stiftung die Stahlwerke Bremen als familienfreundlichen Betrieb aus. Das Unternehmen hat heute im Bereich Flachstahl eine starke Position im Konzern, heißt es.
Ab 17 Uhr wird das Stahl-Jubiläum morgen, am Donnerstag, in der Arcelor- Hauptverwaltung, Carl-Benz-Straße 30, unter dem Titel "Elementare Begegnung - Stahl" gefeiert.

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