Die Märkte setzen heute ihre Erholung fort, obwohl sich die Nachrichtenlage nicht wirklich verbessert hat. Vor allem Bankenwerte ziehen den DAX heute stark nach oben, nachdem die Stimmen für eine „Bad Bank“ immer lauter werden. Noch dazu hört man aus Bankenkreisen, dass die Deutsche Bank angeblich in den ersten Wochen des Jahres sensationelle Gewinne gemacht haben soll. Woher die kommen sollen, weiß bis jetzt aber auch nur die Deutsche Bank. Die Bankwerte werden durch solche Nachrichten natürlich beflügelt und treiben den DAX nach oben.
Bei SAP wurde zwar ein Milliardengewinn erwirtschaft, aber die Krise zwingt SAP trotzdem dazu, 3.000 Stellen weltweit abzubauen. Dadurch spart SAP zwischen 300-350 Mio. Euro ein. Immer mehr Unternehmen müssen ihr Personal auf Kurzarbeit umstellen oder sofortige Kündigungen durchführen. Auch im zweiten Quartal rechnet man nicht mit einer Erholung der Weltkonjunktur, sondern die Krise wird sich noch weiter verschärfen und das werden auch die Unternehmen noch stärker als jetzt zu spüren bekommen.
Die kleinen Erholungsphasen die wir derzeit haben, sind in einer Bärenmarktrallye auch ganz normal. Doch sie werden auch nur von kurzer Dauer sein, denn es fehlt eben an der Nachhaltigkeit. Das Volumen ist weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau und die anfänglichen Gewinne werden auch schnell wieder mitgenommen, sodass kein stärkerer Anstieg zu erwarten ist.
Die Einkommens- und Konjunkturerwartung der GFK-Konsumklimastudie hat sich deutlich eingetrübt. Die derzeitigen Meldungen über Kurzarbeit, Zwangsurlaub und drohende Entlassungen führen dazu, dass bei den Beschäftigten die Angst vor Arbeitslosigkeit wieder zunimmt und die Einkommenserwartung zum zweiten Mal in Folge Einbußen hinnehmen muss. Der Indikator verliert aktuell gut 5 Punkte und weist nun -20,5 Zähler auf. Dies ist der tiefste Stand seit März 2003. Damals wurden -21,4 Punkte gemessen. Und auch das wird sich in den nächsten Monaten noch verschlechtern. Glauben Sie nicht, dass jetzt schon wieder alles vorbei ist und die Märkte zu einer Rallye ansetzen werden. Wir werden noch einige herbe Rückschläge hinnehmen müssen und das wird auch den DAX unter die 4.000 Punkte Marke treiben.

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